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Haarausfall bei Frauen.

Bis zu 100 Haare am Tag sind normal. Wenn der Zopf dünner wird oder der Scheitel breiter, lohnt ein systematischer Blick auf die Ursachen – bevor man behandelt.

InformativÄrztlich verantwortetEssen-Rüttenscheid
Haarausfall bei Frauen
Kurz gesagt

Diffuser Haarausfall, lichter Scheitel, Haarausfall nach Geburt oder in den Wechseljahren: die häufigsten Ursachen bei Frauen

Wissen

Erst die Ursache, dann die Therapie.

Die häufigsten Ursachen: (1) Androgenetische Alopezie – erblich, hormonell, lichter Scheitel bei erhaltenem Haaransatz, betrifft bis zu 40 % der Frauen im Lauf des Lebens. (2) Telogenes Effluvium – diffuser Ausfall zwei bis drei Monate nach einem Auslöser: Geburt, Operation, Infekt, Crash-Diät, Eisenmangel, Absetzen der Pille, Schilddrüsenstörung. Meist reversibel. (3) Seltener: Alopecia areata (kreisrund), vernarbende Alopezien, Zugalopezie durch straffe Frisuren.

Diagnose: Anamnese (seit wann, Auslöser, Familie), Blick auf Muster und Kopfhaut, Trichoskopie, Zupftest. Blutwerte: Ferritin (Eisenspeicher, sollte über 40–70 µg/l liegen), TSH, Vitamin D, Zink, bei Verdacht Hormone (Androgene, Prolaktin). Ohne Diagnose ist jede Therapie ein Ratespiel.

Was belegt wirkt: Minoxidil (2–5 %, topisch, täglich, dauerhaft) bei androgenetischer Alopezie – erste Sichtbarkeit nach vier bis sechs Monaten. Ausgleich von Mängeln (Eisen, Vitamin D, Schilddrüse). Bei hormoneller Ursache antiandrogene Therapie über Gynäkologie oder Dermatologie.

PRP (Eigenblut) für die Kopfhaut: Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut werden in die Kopfhaut injiziert; Studien zeigen mehr Haardichte und dickere Haare bei androgenetischer Alopezie, vor allem als Ergänzung zu Minoxidil. Drei bis vier Sitzungen im Abstand von vier Wochen, dann Auffrischung. Bei vernarbenden Formen und aktivem Effluvium wenig sinnvoll.

Mikronährstoffe: Nur bei nachgewiesenem Mangel wirksam. Biotin hilft ohne Mangel nicht und verfälscht Schilddrüsen-Laborwerte. Hoch dosierte Nahrungsergänzung «für die Haare» ohne Blutbild ist Geldverschwendung.

Geduld: Haare wachsen einen Zentimeter im Monat; jede Therapie braucht sechs Monate, bis man sie beurteilen kann. Fotos alle drei Monate unter gleichem Licht helfen mehr als das Gefühl.

Das Wichtigste

Das Wichtigste.

androgenetisch, EffluviumHäufigste Ursache
Ferritin, TSH, Vitamin DWichtige Blutwerte
Minoxidil, Mangelausgleich, PRP ergänzendBelegt
frühestens nach 6 MonatenBeurteilung

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Wichtiger Hinweis

Wichtiger Hinweis.

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch das Aufklärungsgespräch vor einer Behandlung (§ 630e BGB). Ob und welche Behandlung für Sie in Frage kommt, lässt sich nur nach Untersuchung und Beratung sagen. Es werden keine Behandlungsergebnisse versprochen.

FAQ

Häufige Fragen.

Haarausfall nach der Geburt – muss ich etwas tun?

Meist nicht. Das postpartale Effluvium beginnt zwei bis vier Monate nach der Geburt und legt sich innerhalb eines Jahres. Eisen und Schilddrüse kontrollieren lassen.

Ist PRP auch bei diffusem Haarausfall sinnvoll?

Erst nach Ausschluss und Behandlung der Ursache. Solange ein Eisenmangel besteht, wächst auch mit PRP wenig nach.

Quellen

Quellen und weiterführende Informationen.

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