Schwitzen im Beruf.
Übermäßiges Schwitzen ist keine Frage der Hygiene, sondern der Nervensteuerung. Es ist häufig, behandelbar – und wird trotzdem selten angesprochen.

Nasse Hemden im Meeting, feuchte Hände beim Händeschütteln: Was Hyperhidrose ist, wann sie krankhaft wird
Was Hyperhidrose ist.
Definition: Hyperhidrose ist Schwitzen über das für die Temperaturregulation nötige Maß hinaus – ausgelöst durch eine Überaktivität des sympathischen Nervensystems, nicht durch Hitze. Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung sind betroffen, meist an Achseln, Händen, Füßen oder Stirn. Es beginnt oft in der Pubertät und ist familiär gehäuft.
Wann es krankhaft ist: Wenn es den Alltag einschränkt – Kleidung wechseln, Händeschütteln vermeiden, Präsentationen fürchten. Fragebögen wie der HDSS (Hyperhidrosis Disease Severity Scale) messen die Belastung. Ab Stufe 3 gilt es als behandlungsbedürftig. Sekundäre Ursachen (Schilddrüse, Medikamente, Infektionen, Wechseljahre) sollten vorher ausgeschlossen werden – vor allem bei generalisiertem oder nächtlichem Schwitzen.
Stufe 1 – Antitranspirantien: Aluminiumchlorid-Lösungen (10–20 %), abends auf trockene Haut. Wirksam bei leichten Formen, oft hautreizend.
Stufe 2 – Botulinumtoxin: Blockiert die Schweißdrüsen-Nerven im behandelten Areal. Wirkung nach etwa einer Woche, Reduktion des Schwitzens um typischerweise 80 bis 90 Prozent, Dauer sechs bis neun Monate. Achseln sind Standard; Hände und Füße sind möglich, aber schmerzhafter.
Stufe 3 – Iontophorese: Leitungswasser-Strombäder für Hände und Füße, mehrmals wöchentlich, Heimgerät. Wirksam, aber aufwendig.
Stufe 4 – operative Verfahren: Schweißdrüsen-Absaugung oder Mikrowellentherapie der Achseln; Sympathektomie nur in Ausnahmefällen wegen kompensatorischem Schwitzen.
Was realistisch ist: Kein Verfahren macht «trocken». Ziel ist ein Maß, das nicht mehr stört. Bei Botulinumtoxin ist das für die meisten erreicht – viele beschreiben den Effekt im Beruf als größer als jede Faltenbehandlung.
Kosten: Bei VIVA DERM Selbstzahlerleistung nach GOÄ. Bei schwerer Hyperhidrose und Ausschöpfung der Stufe 1 kann die Behandlung in kassenärztlichen Praxen eine Kassenleistung sein.
Das Wichtigste.
Eine Frage zu Schwitzen im Beruf? Schreiben Sie uns kurz per WhatsApp – wir antworten in der Regel am selben Werktag.
Frage per WhatsAppWichtiger Hinweis.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch das Aufklärungsgespräch vor einer Behandlung (§ 630e BGB). Ob und welche Behandlung für Sie in Frage kommt, lässt sich nur nach Untersuchung und Beratung sagen. Es werden keine Behandlungsergebnisse versprochen.
Häufige Fragen.
Staut sich der Schweiß, wenn die Achseln nicht mehr schwitzen?
Nein. Die Achseln machen nur etwa zwei Prozent der Schweißdrüsen aus; der Körper reguliert die Temperatur über die übrige Haut.
Kann ich Hände und Achseln in einer Sitzung behandeln lassen?
Möglich, aber die Hände sind deutlich schmerzhafter und brauchen mehr Einheiten. Meist beginnt man mit den Achseln.
Quellen und weiterführende Informationen.
- NHS (UK): Botulinumtoxin-Injektionen – Patienteninformation
- DGBT – Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie
- BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
- NHS (UK): Hyperhidrose
- NHS (UK): nicht-chirurgische ästhetische Verfahren
- Ärztekammer Nordrhein – Informationen für Patientinnen und Patienten
Externe Links öffnen in einem neuen Fenster; für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich. Fachliche Verantwortung für diese Seite: Katayoun Mostaghimi, Fachärztin für Allgemeinmedizin. Stand: 2026-10-15.
Passend dazu.
Sprich mit der Ärztin.
Termin auf Doctolib buchenOder ruf einfach an: +49 1520 8367711 · info@vivaderm.de
Oder erst einmal nur beraten lassen: Beratungstermin (50 €, wird bei Behandlung angerechnet)