Haarausfall bei Männern.
Geheimratsecken mit 25, lichter Wirbel mit 35: Androgenetische Alopezie ist bei Männern die Regel, nicht die Ausnahme. Was sich aufhalten lässt – und was nicht.

Erblicher Haarausfall betrifft die meisten Männer. Was DHT im Haarfollikel macht, welche Stadien es gibt, was Finasterid, Minoxidil und PRP leisten
Was DHT mit dem Follikel macht.
Mechanismus: Das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verkürzt bei genetisch empfindlichen Haarfollikeln die Wachstumsphase. Jedes neue Haar wird dünner und kürzer, bis der Follikel nur noch Flaum bildet. Betroffen sind Stirn (Geheimratsecken) und Wirbel (Tonsur); der Haarkranz bleibt, weil seine Follikel DHT-unempfindlich sind. Rund zwei Drittel der Männer sind bis 50 betroffen.
Stadien: Die Hamilton-Norwood-Skala beschreibt sieben Stufen von leichten Geheimratsecken bis zum Hufeisenkranz. Sie hilft, den Verlauf einzuschätzen und zu entscheiden, ob und wie behandelt wird.
Was belegt wirkt: (1) Finasterid 1 mg täglich (verschreibungspflichtig) blockiert die DHT-Bildung und stoppt den Ausfall bei etwa 80–90 %; mögliche sexuelle Nebenwirkungen sind selten, müssen aber besprochen werden. (2) Minoxidil 5 % topisch verlängert die Wachstumsphase. (3) Beides zusammen ist Standard. Wer aufhört, verliert den Effekt innerhalb eines Jahres.
PRP: Als Ergänzung bei frühen bis mittleren Stadien: mehr Dichte, dickere Haare in Studien; drei bis vier Sitzungen, dann halbjährliche Auffrischung. Kein Ersatz für Finasterid/Minoxidil, aber eine Option für Männer, die kein Medikament nehmen wollen – mit geringerer Wirkung.
Transplantation: Sinnvoll bei stabilem Verlauf (meist ab Mitte 30, unter laufender Therapie), ausreichend Spenderhaar und realistischen Erwartungen. Sie versetzt Haare, sie stoppt den Ausfall nicht – ohne Medikation lichtet sich das Umfeld weiter.
Nicht belegt: Koffein-Shampoos, Biotin ohne Mangel, Laserkämme mit schwacher Evidenz, «Haarwuchs-Vitamine». Und eine ehrliche Option: Kurzhaarschnitt oder Rasur. Viele Männer, die das wählen, bereuen es nicht.
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Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch das Aufklärungsgespräch vor einer Behandlung (§ 630e BGB). Ob und welche Behandlung für Sie in Frage kommt, lässt sich nur nach Untersuchung und Beratung sagen. Es werden keine Behandlungsergebnisse versprochen.
Häufige Fragen.
Ab wann sollte ich anfangen zu behandeln?
So früh wie möglich, wenn es Sie stört – verlorene Follikel kommen nicht zurück. Was noch Flaum bildet, lässt sich stärken.
Wie oft ist PRP nötig?
Aufbau mit drei bis vier Sitzungen im Abstand von vier Wochen, danach alle sechs bis zwölf Monate.
Quellen und weiterführende Informationen.
- NHS (UK): Haarausfall
- DermNet – dermatologisches Fachportal (englisch)
- NHS (UK): nicht-chirurgische ästhetische Verfahren
- Ärztekammer Nordrhein – Informationen für Patientinnen und Patienten
- § 630e BGB – Aufklärungspflichten (Gesetze im Internet)
- DGBT – Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie
- AWMF – Leitlinien der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften
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