Tyndall-Effekt.
Ein bläulicher Schimmer, wenn Hyaluronsäure zu oberflächlich unter dünner Haut liegt – typisch in der Tränenrinne. Lässt sich mit Hyaluronidase beheben.

Tyndall-Effekt bei Fillern erklärt: physikalische Ursache, warum die Tränenrinne besonders betroffen ist
Genauer betrachtet.
Der Tyndall-Effekt ist ein physikalisches Phänomen: Kurzwelliges blaues Licht wird an kleinen Partikeln stärker gestreut als langwelliges rotes – derselbe Effekt lässt den Himmel blau erscheinen. Liegt ein Hyaluron-Depot direkt unter dünner Haut, streut es das Licht und erscheint als bläulicher, manchmal leicht wulstiger Schimmer.
Betroffen sind vor allem Areale mit sehr dünner Haut: Tränenrinne, Unterlid, feine Lippenfältchen. Vorbeugend werden dort nur weiche, wenig vernetzte Gele verwendet, in kleinen Mengen und tief auf dem Knochen platziert – oft mit stumpfer Kanüle.
Tritt der Effekt dennoch auf, verschwindet er nicht von allein, weil das Material dort Monate bleibt. Die Lösung ist einfach: Hyaluronidase löst das Depot auf; nach zwei bis vier Wochen kann tiefer neu behandelt werden. Der Tyndall-Effekt ist unangenehm, aber kein Gesundheitsrisiko.
Dieser Lexikoneintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht das ärztliche Beratungs- und Aufklärungsgespräch (§ 630e BGB).
Auf einen Blick.
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Frage per WhatsAppHäufige Fragen.
Geht der blaue Schimmer von allein weg?
Erst wenn das Material abgebaut ist – das kann viele Monate dauern. Hyaluronidase löst das Problem in Tagen.
Kann das bei Botox passieren?
Nein, Botulinumtoxin hinterlässt kein Depot.
Quellen und weiterführende Informationen.
- NHS (UK): Dermal Fillers – Patienteninformation
- Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz (MPDG) – Filler als Medizinprodukte
- BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
- DGPRÄC – Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen
- § 630e BGB – Aufklärungspflichten (Gesetze im Internet)
- DGBT – Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie
- AWMF – Leitlinien der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften
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