Desoxycholsäure.
Ein körpereigenes Gallensäure-Derivat, das als Wirkstoff der Injektionslipolyse Fettzellmembranen auflöst. Zugelassen für das Fett unter dem Kinn.

Desoxycholsäure erklärt: Rolle in der Injektionslipolyse, Zulassung für das Doppelkinn, Wirkweise auf Fettzellen, Schwellung und Risiken.
Genauer betrachtet.
Desoxycholsäure ist eine sekundäre Gallensäure, die der Körper selbst bildet, um Nahrungsfette zu emulgieren. Synthetisch hergestellt und in ein Fettdepot injiziert, löst sie die Membran der Fettzellen auf (Adipozytolyse). Die Zellreste werden über die normalen Stoffwechselwege abgebaut und ausgeschieden.
In Deutschland ist ein Präparat mit Desoxycholsäure seit 2016 für die Behandlung von moderatem bis ausgeprägtem submentalem Fett – dem Doppelkinn – zugelassen. Andere Areale werden Off-Label behandelt, was ärztlich erlaubt ist, aber besonderer Aufklärung bedarf. Ältere Lipolyse-Präparate enthielten Phosphatidylcholin.
Die Injektion löst eine kontrollierte Entzündungsreaktion aus; die kräftige Schwellung in den ersten Tagen ist deshalb Teil der Wirkung. Risiken sind Blutergüsse, Taubheit, Verhärtungen und – am Kinn – selten eine vorübergehende Schwäche des Mundwinkelnervs. Nicht geeignet bei Schwangerschaft, Infekten oder Lebererkrankungen.
Dieser Lexikoneintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht das ärztliche Beratungs- und Aufklärungsgespräch (§ 630e BGB).
Auf einen Blick.
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Frage per WhatsAppHäufige Fragen.
Ist Desoxycholsäure gefährlich?
In der zugelassenen Dosis und bei korrekter Injektion ins Fettgewebe nicht. Entscheidend ist die Platzierung – deshalb nur ärztlich.
Warum schwillt es so stark an?
Die Entzündungsreaktion ist der Mechanismus, über den die Fettzellen abgebaut werden.
Quellen und weiterführende Informationen.
- DGPRÄC – Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen
- BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
- NHS (UK): nicht-chirurgische ästhetische Verfahren
- § 630e BGB – Aufklärungspflichten (Gesetze im Internet)
- DGBT – Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie
- AWMF – Leitlinien der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften
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